Florenz – Teil 2: Friedhofscharme und Feuerwerk

Weiter geht es mit meinem Bericht über Florenz. Heute kommen wir wie versprochen zu meinen beiden Highlights, die den Aufenthalt in dieser wunderbaren Stadt für mich ganz besonders gemacht haben. Da gehört zwar eigentlich auch meine Lieblingseisdiele aus dem ersten Teil dazu, aber es gab da zwei Dinge die sogar das himmlische Mousse au Chocolat getoppt haben.

Das erste Highlight war ein totaler Zufallstreffer. Ursprünglich wollten wir zum Michelangelo-Platz hoch über Florenz‘ Dächern, um den vielgepriesenen tollen Ausblick zu erleben. Bergauf durch den Rosengarten, der mit Sicherheit im Sommer, wenn die unzähligen Rosen und anderen Blumen blühen, noch schöner ist als im Herbst, marschierten wir in Richtung Aussichtspunkt und machten dabei immer wieder kleine Päuschen, um die Umgebung zu genießen.

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Oben angekommen war von der Piazzale Michelangelo kaum etwas zu sehen, da gerade die Aufbauarbeiten eines Eis-Festivals in vollem Gange waren. Aber der Ausblick war wirklich fantastisch! Nachdem wir genügend Fotos geschossen hatten machten wir uns auf den Rückweg. Dabei sahen wir eine hübsche Kirche, San Miniato al Monte, zu der wir einen kleinen Abstecher machten. Und hinter der Kirche auf einer weiteren kleinen Anhöhe fanden wir Highlight Nummer Eins: Den Cimitero delle Porte Sante. Ja, genau, zu meinen Lieblingsorten in Florenz zählt mal wieder ein Friedhof. Er war beinahe menschenleer und auch von hier aus bot sich uns ein weiter Blick über die Stadt. Aufgrund seiner grandiosen Lage wurden hier vor Allem wohlhabende und einflussreiche Menschen beerdigt, was sich in den teils pompösen Kapellen und Monumenten widerspiegelt. Einige berühmte italienische Schriftsteller, Historiker und Maler fanden hier ihre letzte Ruhe. Die Statuen auf einem Grab eines jungen Ehepaars, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs gestorben waren, berührten mich sehr, denn ich kann mir vorstellen, welche Hoffnungen und Träume für die Zeit nach dem Krieg diese zwei jungen Leute gehabt haben müssen. Doch auch die teilweise etwas gruseligen und morbiden Grabmale haben mir sehr gut gefallen. Ich kann Dir einen Besuch dieses Friedhofs, so schräg sich das auch immer anhören mag, absolut empfehlen. Alleine schon die Ruhe und das Fehlen der ansonsten omnipräsenten Touristenmassen entlohnen für den Marsch nach oben.

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Die Nummer 2 auf meiner Florenz-Hitliste ist kein Ort, sondern eine Begenheit. Ich hatte ja im ersten Teil von der seltsamen Musik, die von einem Floß auf dem Arno ausging, berichtet und dass es sich dabei um die Generealprobe für eine Aufführung am Abend handelte, die wir ja nicht mitbekommen hatten (wir gaben uns lieber leckerem italienischem Essen hin 😉 ). Da es unser letzter Abend war, beschlossen wir, auf einen Absacker in unsere Lieblingsbar zu gehen. Dabei handelt es sich um einen für mich wahr gewordenen Traum: Eine Bücherei, die gleichzeitig eine Bar ist (oder andersherum?). Wir stolperten am ersten Abend durch Zufall hinein und waren ganz begeistert. Die Einrichtung ist furchtbar gemütlich, die Musik leise und angenehm und die vielen Bücher zusammen mit dem unverwechselbaren Geruch, der von ihnen ausgeht, sorgen dafür, dass das ein absoluter Wohlfühl-Ort für mich ist.  Das Café nennt sich La Cité und du findest es in der Straße Borgo San Frediano 20r, auf der „anderen“ Seite des Arno.

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Nach unserem Absacker wollten wir uns noch – wen überrascht das nun – noch ein letztes Mal ein Eis im La Carraia gönnen. Wir standen also in der Schlange und philosophierten gerade darüber, wann wohl das Feuerwerk, über das wir im Rahmen der Recherche, was es mit der Musik auf sich hatte, erfahren hatten, war oder sein würde. Und genau in dem Moment, in dem wir uns zum Fluss drehten, startete besagtes Spektakel. Auf einer der Arno-Brücken stehend hatten wir den perfekten Blick. Ja, ich weiß, an sich ist ein Feuerwerk nichts besonderes. Es war vielmehr der Moment, dieser Zufall und die Tatsache, dass es sich um unseren letzten Abend handelte, der den Augenblick so besonders machte. Rückblickend musste alles an diesem Abend genau so sein, damit wir im richtigen Moment am richtigen Ort sein konnten – die lange Warterei beim Essen, das Schlendern durch das nächtliche Florenz, die genau richtige Dauer unseres Aufenthalts im La Cité. Dieser ganze Abend war wirklich ein perfeker Abschluss für einen wunderschönen Städtetrip und er hat mich mal wieder daran erinnert, dankbar zu sein für die vielen kleinen und großen Dinge und Momente, die das Leben so lebenswert machen

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Hattest Du auch schon solche Momente auf Reisen, die einfach perfekt waren? Wo Du zur richtigen Zeit am richtigen Ort warst, ganz ohne Planung? Die großen Augenblicke erlebt man doch meist abseits der Reiseführer und Touristenrouten, oder?


2 Gedanken zu “Florenz – Teil 2: Friedhofscharme und Feuerwerk

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