Florenz – Teil 1: Zu Fuß durch die Hauptstadt der Toskana

Vier Tage lang erkundeten wir Florenz. Über Kopfsteinpflaster marschierend ließen wir uns einfach durch die Stadt treiben, vorbei an unzähligen Sehenswürdigkeiten, Museen, Geschäften, Eisdielen, Restaurants und Bars. Die verwinkelten Gassen triefen nur so vor Geschichte und fantastischen Fotomotiven und machen es einem wirklich leicht, sich in die Stadt zu verlieben.

Dabei empfing uns Florenz mit wolkenbedecktem Himmel und Regen. Doch selbst das düstere Grau tat der Schönheit der Stadt keinen Abbruch, im Gegenteil. Die regenschweren, tief hängenden Wolken verliehen den riesigen Steinbauten ein leicht mystisches Flair. Vom Flughafen brachte uns ein Shuttlebus für sechs Euro zum Hauptbahnhof, von wo aus wir uns zu Fuß zu unserem Apartment aufmachten. Die teilweise extrem engen Straßen mit ihren äußerst schmalen Gehwegen sind nicht gerade dafür gemacht, kleine Rollkoffer hinter sich her zuziehen – das nächste Mal wird Florenz mit einem Rucksack bereist! Unser AirBnB-Apartment befand sich auf der anderen Seite des Arno. Nachdem wir es gefunden hatten und noch etwas Zeit war bis zum verabredeten Check-In durchstreiften wir das Viertel auf der Suche nach einem Café. Schon da fiel uns auf, dass auf dieser Seite des Flusses deutlich weniger Touristen die Straßen und Wege verstopften als auf der mit Sehenswürdigkeiten gepflasterten anderen Seite. In einem der unzähligen Cafés ließen wir uns einen Cappuccino schmecken (Kaffee können sie, die Italiener) und machten uns anschließend, nachdem wir endlich unsere unpraktischen Koffer in unserer Unterkunft loswerden konnten, auf den Weg in den Trubel.

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Die Ponte Vecchio, Florenz‘ älteste Brücke, mit ihren vielen kleinen, nahtlos aneinander gebauten Läden (zumeist Juweliere) war vollgestopft mit Menschen und wir mussten uns mehr oder weniger durch die Massen schieben. Von der Brücke war deshalb kaum etwas zu sehen und es war wirklich anstrengend, sich einen Weg durch den Menschenauflauf zu suchen.

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Erschöpft von der Anreise und diesem Trubel auf der Brücke beschlossen wir, den ersten Tag mit etwas ruhigerem abzuschließen und machten uns deshalb auf den Weg zum Boboli-Garten. Und das war genau das Richtige um den Touristenhorden ein wenig zu entgehen. Hinter dem Palazzo Pitti, dem ehemaligen Hauptsitz der reichen und berühmten Familie Medici, befinden sich auf 45 000 m² zahlreiche Skulpturen, Grotten und Brunnen. Hier verliefen sich die Massen ziemlich und wir konnten in Ruhe durch die Laubengänge und Zypressenalleen schlendern. Die meisten Pflanzen und Blumen waren zwar schon verblüht, dennoch lohnte sich der Besuch auf jeden Fall. Wie grandios es dort zur richtigen Jahreszeit, wenn alles in voller Blüte steht, erst sein muss!

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Nach einem gemütlichen Abendessen in einer kleinen Fiaschetteria konnten wir dann dem Ruf unserer Betten nicht mehr widerstehen und beschlossen, am nächsten Tag fit und ausgeschlafen die Erkundung dieser faszinierenden Stadt fortzusetzen. Allerdings blieben wir auf dem Rückweg noch an einer Eisdiele hängen – die ich an dieser Stelle unbedingt empfehlen möchte! Das Eis war so unglaublich lecker, dass selbst ich, die ich nun nicht wirklich eine große Eis-Liebhaberin bin, mir jeden Tag mindestens eine Kugel dort holte. Ganz besonders lecker war auch das Mousse au Chocolat dort – das hätte ich mir am liebsten Eimerweise geholt! Die Eisdiele heißt „La Carraia“ und Du findest sie an der Piazza Nazario Sauro 25. Lass Dich von der üblicherweise vorhandenen Schlange nicht abschrecken – es hat einen Grund, dass dort die Leute anstehen!

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Die nächsten Tage verbrachten wir damit, einfach durch Florenz zu wandern und die Stadt zu erkunden. Ein bisschen Sightseeing ließen wir uns nicht nehmen und besichtigten so trotz der teils echt unverschämt hohen Eintrittspreise die ein oder andere Sehenswürdigkeit. Dabei mussten wir uns damit begnügen, die Kathedrale „Santa Maria del Fiore“ und ihre berühmte Kuppel von außen zu bewundern. Tickets für die Dombesteigung waren auf drei Tage im Voraus ausgebucht und noch dazu sehr teuer und auch vor der Kathedrale bildeten sich schon eine Stunde vor Einlass absurd lange Schlangen.Unseren Ausblick über Florenz bekamen wir dennoch. Im Anschluss an den Besuch des „Palazzo Vecchio“, den ich kunstinteressierten auf jeden Fall empfehlen kann, bestiegen wir noch den zugehörigen Turm. Somit hatten wir nicht nur einen weiten Blick über FLorenz, sondern auch gleichzeitig auf die Kathedrale und den Touristenmagneten schlechthin, den Dom.

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Im Anschluss besichtigten wir die ein oder andere unbekannte Kirche und entdeckten dabei unweit der Kathedrale die „Basilica della Santissima Annunziata“. Obwohl nicht weit weg von der berühmten Kathedrale, verirren sich vergleichsweise wenige Touristen hier her. Der Platz vor der Basilica ist umringt mit schönen Gebäuden mit Säulengängen und die Kirche selbst, die von außen sehr schlicht aussieht, bietet ein wunderschönes und reich verziertes Inneres. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Du findest sie an der Piazza SS. Annunziata.

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Auf unseren Streifzügen entdeckten wir ein Leonardo da Vinci – Museum. Für 7 Euro kann man hier einige seiner gezeichneten Erfindungen nachgebaut betrachten und sie größtenteils auch ausprobieren. Das Museum besteht nur aus drei Räumen und bietet keinen stundenlangen Zeitvertreib, war aber durchaus interessant und auch nicht besonders voll. Es befindet sich in der Via Cavour 21.

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Wer auf der Suche nach einem Mitbringsel für Neffen/Nichten/Geschwister oder eigene Kinder (oder auch für sich selbst 😉 ist, dem empfehle ich einen Abstecher in die Via della Condotta 12. Dort befindet sich das „Bartolucci“, oder wie ich es nenne, der Pinocchio-Laden. Kleine Pinocchio-Figuren gibt es in Florenz an jeder Ecke zu kaufen, aber hier findet man ein paar außergewöhnliche Stücke und auch allerlei anderes aus Holz. Im hinteren Teil des Ladens befindet sich eine kleine Werkstatt mit alten Werkzeugen und überhaupt ist der ganze Laden ein netter kleiner Farbklecks in der ansonsten recht unscheinbaren Straße.

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Bevor wir uns aufmachten, das Galileo-Museum zu erkunden,das ich mir im Übrigen irgendwie eindrucksvoller vorgestellt habe, wurden wir von seltsamen Klängen in Richtung Fluss gezogen. Mitten im Arno stand ein Musiker auf einem kleinen Floss und (ich weiß nicht womit, mit meinem Musikverstand ist es nicht weit her)erzeugte verschiedene, teils etwas gruselige Melodien, die an den Wänden der Promenade widerhallten und somit ein faszinierendes Klangbild erzeugten. Wie sich herausstellte, lauschten wir hier der Generalprobe für eine Aufführung am Abend. Zwar bekamen wir die Hauptaufführung dann nicht mit, aber ich kann mir ungefähr vorstellen, wie das Spektakel nachts gewirkt haben muss.

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Na, was sagst Du bisher zu diesem Freiluftmuseum namens Florenz? Noch nicht genug? Gut, denn in meinem nächsten Artikel stelle ich Dir meine beiden absoluten Highlights dieses Aufenthalts vor! Zum Zeitvertreib kannst Du Dich gerne schon mal auf meiner Instagram-Seite ein wenig umsehen 🙂


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