Lissabon – Meine neue Liebe

Den letzten Stop auf unserem Roadtrip durch Portugal legten wir in Lissabon ein. Die verwinkelte und treppenlastige Hauptstadt verzückte uns vier Tage lang und war ein absolut gelungener Abschluss der Reise durch dieses fantastische Land.Über Airbnb buchten wir eine Wohnung in der Alfama, dem ältesten Stadtteil Lissabons, welcher ursprünglich den Kern der Stadt ausmachte. Tagelang kann man dort das enge Labyrinth der zahlreichen Gassen erkunden und unzählige steile Treppen führen vorbei an antiken Läden, kleinen Cafés, einladenden Plätzen und grandiosen Aussichtspunkten. Unser Mietwagen war hier nutzlos, Lissabon lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Tagsüber teilten wir uns die Stadt mit einer großen Zahl Touristen, doch abends wurde es immer leerer in den Gassen der Alfama und nur noch vereinzelt waren Touristen in den Bars und Restaurants zu finden, wo sie bei Bacalhau, Wein und Fado den Abend ausklingen ließen. Auf der Aussichtsterrasse Portas Do Sol befindet sich ein kleiner typischer Kiosk, bei dem wir abends bei einem Bier den Blick über den Tejo und die Dächer der Alfama schweifen ließen. Steigt man die direkt dort befindliche Treppe hinunter, kann man sich die Geschichte Lissabons in Form eines Comics in einer kleinen Unterführung ansehen. Überhaupt stößt man bei den Streifzügen durch die Stadt immer wieder auf Street Art, meist sehr gut gemacht und schön anzusehen.

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Über der Alfama thront das Castelo de São Jorge, eine Festung die von den Mauren erbaut und bei dem Erdbeben 1755 weitestgehend zerstört wurde. Die Burg zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und bietet sowohl von der Aussichtsterrasse als auch von den Türmen der Ruine sehenswerte Panoramen über ganz Lissabon. Alleine deshalb lohnt sich schon eine Besichtigung.

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Wie schon in Sines stießen wir hier auf einen Aufzug, den Elevador de Santa Justa. Die beliebte Touristenattraktion ist 45 Meter hoch und verbindet die Stadtteile Baixa und Chiado. Da sich, wann immer wir an dem Aufzug vorbei kamen, meterlange Schlangen gebildet hatten, sparten wir uns die Fahrt und bestaunten das Stahlkonstrukt lieber von außen.

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Was wir uns hingegen nicht entgehen lassen wollten war eine Fahrt mit der berühmten gelben Straßenbahn. Wir entschieden uns für die Linie 28, die uns nach Prazeres bringen sollte, wo sich ein wunderschöner Friedhof befindet. Obwohl wir sehr früh an der Haltestelle Largos das Portas do Sol waren, war die Trambahn bereits gerappelt voll. Wir quetschten uns mit hinein und ließen uns durch Lissabon fahren. Die Strecke führt teilweise durch dermaßen enge Gassen, dass ich albernerweise tatsächlich manchmal die Luft anhielt.

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An der Endstation, Prazeres, angekommen stellten wir fest, dass wir offensichtlich die einzigen Fahrgäste waren, die die Straßenbahn tatsächlich als Fortbewegungsmittel zu einem Ziel genutzt hatten. Alle anderen stiegen aus und warteten direkt an der Haltestelle auf die nächste Tram zurück. Ihnen ging es lediglich darum, auch einmal mit der berühmten Lissaboner Tram zu fahren. Etwas verwundert darüber, dass außer uns niemand die Umgebung erkunden wollte, machten wir uns auf den Weg zum Cemitério dos Prazeres, dem Friedhof, der sich direkt gegenüber der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 28 befindet. Und ich kann nur sagen: Der Friedhof ist, so morbide das klingen mag, definitiv einen Besuch wert! Er besteht hauptsächlich aus überirdischen Grüften in Form von kleinen Villen und Häusern. Sogar eine kleine Burg haben wir entdeckt. Breite Alleen durchziehen das ganze Areal und die kunstvollen Grabmale sind so unterschiedlich gestaltet, dass man ewig über den Friedhof schlendern kann und doch immer wieder etwas neues entdeckt. Ein anderes Highlight ist die Aussicht, die sich von dort über den Tejo bis zur Ponte 25 de Abril und der Christus-Statue der Stadt Almada, auf der anderen Seite des Flusses, erstreckt. Wer also eine spektakuläre Aussicht ohne Horden von Touristen genießen möchte und dazu noch außergewöhnliche Friedhöfe mag, für den ist der Cemitério dos Prazeres ein Muss!

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Wir setzten die Erkundung der Stadt zu Fuß fort und landeten, nachdem wir viele farbenfrohe, teilweise aber auch heruntergekommene, sanierungsbedürftige Straßen durchquert hatten, in der LX Factory im Stadtteil Alcântara. Das Gelände der ehemaligen Textilfabrik unter der Brücke Ponte 25 de Abril beherbergt nun Restaurant, Bars und kleine alternative Läden und ist ein beliebter Anlaufpunkt für Backpacker, Hipster, Einheimische und Touristen. Auch hier findet sich einiges an gelungener Street Art. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier für einen kleinen Snack und einen gemütlichen Bummel vorbeizuschauen.

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Eigentlich stand auf unserer Liste noch das berühmte Hieronymuskloster im Stadtteil Belém. Eigentlich. Doch die gefühlt kilometerlange Schlange von Menschen, die in der prallen Sonne anstand, schreckte uns ab und so beschlossen wir, uns damit zu begnügen, das durchaus imposante Gebäude von außen zu bestaunen und eine Besichtigung auf das nächste Mal zu verlegen. Stattdessen setzten wir uns am Seefahrerdenkmal, das korrekterweise Denkmal der Entdeckungen heißt, direkt gegenüber an den Tejo und schauten den kleinen Segelbooten und dem Treiben entlang der Uferpromenade zu.

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Zum Abschluss machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Time Out Mercado da Ribeira. In der riesigen Markthalle wartet eine große Auswahl kleiner Stände und Imbisse auf Dich. Du kannst Dich hier durch sämtliche Köstlichkeiten Portugals probieren. In der Markthalle daneben gibt es frisches Obst, Gemüse und Fisch zu kaufen. Gerade an Regentagen oder aber auch wenn Du Dir eine kleine Pause geschützt vor der Hitze gönnen möchtest empfehle ich auf jeden Fall einen Besuch des Time Out!

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Lissabon ist genau die Art Stadt, die ich liebe. Verwinkelt, alte Buchläden, viele versteckte Restaurants und Bars, weitschweifende Panoramen, bunte Fassaden, teilweise ein wenig heruntergekommen und ein geheimnisvolles Flair. Ich freue mich schon auf den nächsten Trip dorthin!

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Warst Du schon dort und hast Tips für meinen nächsten Besuch? Dann rein in die Kommentare!


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