Der Weg ist das Ziel – Roadtrip durch Portugal

Bekanntermaßen sind wir große Roadtrip-Fans. Deshalb kam für uns auch nur eine Art, Portugal zu bereisen, in Frage – und zwar mit dem Mietwagen. Wir buchten also unsere Flüge und das Auto und ansonsten ließen wir uns von Faro in Richtung Lissabon durch die Algarve treiben.Auf unserem Weg durch die Algarve fanden wir  versteckte Strände, kilometerhohe Klippen und vor allem wundervolle Natur. Immer wieder hielten wir an besonders schönen Orten an und erkundeten die Umgebung. Von einer der Klippen aus konnten wir sogar ein paar Wale sehen. Die Augen offen zu halten und aufmerksam durch die Landschaft zu wandern lohnt sich also definitiv. Wer sich nicht stur an die Touristenpfade hält und auch mal nach links oder rechts schaut wird mit fantastischen Entdeckungen und vielfältiger Natur belohnt.

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Ein Fenster zum Meer
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Die Landschaft bietet viel Abwechslung
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Riesige Kakteen zwingen einen manchmal einen anderen Weg zu nehmen

Auch die Einheimischen begegneten uns immer offen und freundlich und wir fühlten uns jederzeit und überall willkommen. Dieser Roadtrip war ein voller Erfolg. Ich habe hier für Dich unsere Route und unsere Aufenthalte zusammengefasst und hoffe, Du findest hier ein paar Anregungen für Deinen nächsten Urlaub.

Faro

Unsere Reise begann in Faro, einer kleinen Stadt im Süden des Landes. Da wir nicht in der Hauptsaison unterwegs waren, trafen wir kaum Touristen an und die Stadt war relativ leer. Zu Fuß erkundeten wir das kleine Städtchen. Immer wieder fielen uns riesige Storchennester auf Laternenmasten oder in Glockentürmen auf, die uns hellauf begeisterten. Denn zumindest hier in München und dem Umland begegnet man freilebenden Störchen nun nicht gerade oft, und das auch noch in so großer Zahl. Entlang der direkt parallel zum Meer verlaufenden Bahngleise schlenderten wir einfach drauf los und erreichten schließlich die Kathedrale Sé de Faro, die sich in Faros Altstadt befindet und die für ihre große rote Orgel berühmt ist. Man hat vom Dach der Kathedrale einen wunderschönen und weitreichenden Blick über Faro und die Lagune, die Faros Hafen umschließt. Ein Aufstieg lohnt sich allemal. Im kleinen Garten der Kathedrale befindet sich eine Kapelle aus Knochen und Schädeln. Auch hier waren wir fast alleine – zum Glück, denn die extrem enge und steile Treppe macht das erklimmen der Kathedrale nicht gerade leichter, wenn man ständig den Entgegenkommenden  ausweichen muss. Der große Platz vor der Kathedrale war gesäumt von Mandarinenbäumen. Hinter der Kathedrale befinden sich ein paar kleine Cafés und Restaurants und die hübsche Altstadt lädt zu einem gemütlichen Bummel ein.

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Der riesige Platz vor der Kathedrale Sé de Faro
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Blick über Faro und die Lagune
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Die kleine Knochenkapelle im Garten der Kathedrale
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Die Gassen Faros waren zu dieser Zeit beinahe menschenleer

Armação de Pera

Gegen Abend machten wir uns auf den Weg zu unserer ersten Unterkunft in Armação de Pera. Diese kleine Gemeinde ist stark vom Tourismus geprägt und bietet einige schöne Badestrände. Die kleine Festung Fortaleza de Armação de Pera stellt die einzige historische Sehenswürdigkeit dar. Entlang der Strandpromenade kann man sich eines der vielen Restaurants aussuchen. Bars, Eisdielen und Cafés sind hier üppig zu finden. Das Stadtbild ist geprägt von Appartmentblocks und Hotels. Wir blieben deshalb nur eine Nacht und machten uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Lagos.

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Die Strandpromenade ist besonders abends sehr schön
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Die Palmen lassen richtiges Urlaubsfeeling aufkommen
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Auch in Armação de Pera finden sich schöne Strände

Lagos

Die kleine Hafenstadt mit ihren bunten Häusern und wundervollen Sandstränden hat uns so gut gefallen, dass wir zwei Nächte dort verbrachten. In der schönen Altstadt findet man Cafés, Restaurants und Bars. Kleine Souvenirläden laden zum Bummeln ein. Obwohl auch Lagos sehr touristisch geprägt ist, trafen wir dort nicht allzu viele Menschen an und konnten die fantastischen Strände teilweise ganz für uns alleine genießen. Einen Abend verbrachten wir nur damit, Muscheln, die dort in allen möglichen Farben und Formen an den Strand gespült werden, zu sammeln und die vom tosenden Atlantik ausgespülten kleinen Höhlen zu erkunden. Auch einige historische Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die Festung am Hafen und das alte Stadttor hat das Örtchen zu bieten. Lagos hat uns mit am besten gefallen und ist definitiv ein paar Tage Aufenthalt wert.

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Ein felsiger Strandabschnitt – typisches Bild für die Algarve
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Ein Paradis für Muschelsammler
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Die Festung bei Nacht

 

Zwischenstop in Sagres

Auf dem Weg von Lagos nach Sines besichtigten wir das Fort Fortaleza de Sagres, welches auf einer einen Kilometer langen Klippe thront und eine wahnsinnige Aussicht bietet. Wir hatten Glück und erreichten das Fort bevor die Touristenbusse eintrafen und hatten so den gigantischen Innenhof des Forts fast für uns alleine. In Felsvorsprüngen der kilometerhohen Klippen saßen alte Angler völlig ungesichert über dem tosenden Atlantik und fischten. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, am besten früh am Tag wenn einen noch nicht die Menschenmassen über das Gelände schieben.

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Ein Teil des riesigen Forts
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Einheimische beim Fischen
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Der Innenhof des Forts samt kleiner Kapelle

Sines

Unseren nächsten Stop auf dem Weg nach Lissabon legten wir in Sines ein. Entdecker Vasco da Gama stammt aus diesem unscheinbaren, auf einem Felsen gelegenen Örtchen. So wenig imposant die Stadt auch wirkt, so ist sie doch für Portugal sehr wichtig, denn Sines verfügt über einen wichtigen Tiefwasserhafen samt großem Containerterminal. Dies erlaubt es der Stadt, große Lieferungen von Erdöl und Erdgas zu empfangen, welche in den umliegenden Raffinerien verarbeitet werden. Genau jener Hafen und die Raffinerien tragen nicht gerade zur Beliebtheit des Städtchens bei Touristen bei. Je nach Windrichtung wehen einem an dem sowieso schon nicht allzu schönen Strand, den man übrigens per Aufzug erreicht, unangenehme Gerüche um die Nase. Aber Sines hat etwas, das es für uns besonders gemacht hat: Die Adega de Sines! In der „Rua Gago Coutinho 40″ befindet sich dieses Kleinod und ist absolut einen Besuch wert. Das kleine Restaurant ist noch überhaupt nicht touristisch und besteht aus einem Raum, in dem sich nur drei oder vier lange Tische mit langen Bänken befinden. Man muss sich also zwangsläufig seinen Tisch mit anderen Leuten, zumeist Einheimischen, teilen. Wir wurden von den wenigen Gästen, die bereits dort waren, sehr freundlich gleich an den Tisch gewinkt, von dem uns die Köchin gleich wieder aufsammelte um uns in die Küche mitzunehmen. Dort blubberten und grillten drei oder vier Gerichte vor sich hin. Sie öffnete alle Topfdeckel und zeigte uns, was sie heute anzubieten hat. Sie sprach weder englisch noch deutsch und so verständigten wir uns mit Händen, Füßen und ein wenig französisch. Das Essen, typisch portugiesische, deftige Hausmannskost, war hervorragend. Wer also auf der Suche nach ein bisschen authentischem Portugal ist, ist hier genau richtig! Alleine wegen der Adega lohnt sich ein Stop in Sines.

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Der Aufzug bringt Einheimische wie Touristen zum Strand
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Die Adega de Sines – NOCH ein echter Geheimtip!

Unser letzter Stop auf unserer Tour durch die phänomenale Algarve war Lissabon, Portugals Hauptstadt, die es uns wirklich angetan hat. Über Lissabon gibt es so viel zu erzählen, dass ich der größten Stadt Portugals einen eigenen Artikel gewidmet habe.

Eins weiß ich sicher, das war nicht mein letzter Besuch der Algarve. Das nächste Mal vielleicht zum Teil mit dem Zug – direkt am Meer entlang.

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Bei einer so schönen Strecke könnte man sogar mich zu einer Zugreise überreden

Vielleicht hast du ja Tips oder Anregungen für meinen nächsten Besuch? Dann rein damit in die Kommentare!

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Ein Gedanke zu “Der Weg ist das Ziel – Roadtrip durch Portugal

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