Zwischenstop in Koh Kret – Ein kleiner Geheimtip

Diese kleine Insel im Chao Phraya gehört nicht mehr zu Bangkok, sondern zur Provinz Nonthaburi. Und sie bietet eine kleine Erholung von Bangkoks Touristenmassen und Verkehrslärm. Auf unserem Weg nach Ayutthaya haben wir hier Halt gemacht.Die kleine Idylle inmitten des Königsflusses lässt einen nach Bangkoks Smog mal wieder so richtig durchatmen – es gibt nämlich keine Autos auf Koh Kret. Die Insel entstand 1722 und passt sich seither in eher gemächlichem Tempo an die Welt an. Es empfiehlt sich ein Besuch unter der Woche. Zwar haben dann die meisten Geschäfte und Lokale dort geschlossen, aber so gewinnt man am besten einen Eindruck von der ursprünglichen Atmosphäre der Insel. Am Wochenende kann es hier ziemlich voll werden, da viele Einwohner Bangkoks dann nach Koh Kret strömen um ein bisschen dem Lärm und der Hektik der Großstadt zu entkommen.

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Auf der Suche nach der Fähre, die uns auf die Insel bringen sollte, machten wir anscheinend einen leicht verlorenen Eindruck. Eine ältere Dame sprach uns an und fragte, wo wir hinwollten und ob wir den Weg wüssten. Da wir das nicht taten, führte sie uns durch einen versteckten, verwinkelten Markt zu der Anlegestelle eines Tempels. Zwei Baht pro Person kostete die Überfahrt ab dem Pier der Tempelanlage Wat Sanam Nuea – also umgerechnet circa fünf Cent. Wir mussten ihr versichern, dass wir den Rückweg alleine finden würden, erst dann war sie beruhigt. Ohne sie hätten wir diese Anlegestelle niemals gefunden und sie wollte noch nicht einmal eine Gegenleistung dafür – ein Paradebeispiel für die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Thai!

Auf Koh Kret angekommen, wurden wir von einem kleinen Food Market in Empfang genommen. Wir waren noch dabei, herauszufinden, was da so köstlich frittiert vor uns lag (es waren Orchideen!), als uns die Verkäuferin schon ein paar Häppchen zum Probieren herausgesucht hatte. Hätte ich mal vorher nach der Schärfe gefragt – das kleine, frittierte Fischbällchen, das ich mir komplett in den Mund gesteckt hatte, war so unfassbar scharf! Es dauerte eine Weile, bis sich meine Atmung normalisiert hatte, dann schlenderten wir einfach darauf los. Man kann sich dort für 40 Baht auch Fahrräder ausleihen, aber wir beschlossen, zu Fuß die erhöhten Wege durch den Wald zu erkunden.

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Zwischen Bananenstauden und Kokosplantagen fühlten wir uns wie im Urwald. Die Reisfelder, Sümpfe und Palmen werden ab und an unterbrochen von Ansammlungen kleiner schlichter Hütten. Man bekommt hier eine Ahnung davon, wie Bangkok in seinen Anfängen gewesen sein muss.

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Mönche und Einheimische grüßten uns sehr freundlich. Nach einer Weile stießen wir auf ein paar Marktstände, an denen Kunsthandwerk und Töpferwaren  verkauft wurden, und wir gerieten in einen winzig kleinen Kaufrausch – ein paar hübsche Pfannenwender haben nun bei uns ein neues Zuhause gefunden 😉

Es gibt natürlich auch auf Koh Kret einige sehenswerte Tempelanlagen. Wir besichtigten allerdings nur eine. Der Wat Pai Lom lockte uns mit einem kleinen künstlichen Wasserfall. Die Tierfiguren, die dort aufgestellt sind, verleihen dem Ganzen etwas leicht skurriles und ein bisschen fühlten wir uns wie in einer Themenwelt des Europaparks – das ging uns aber auf unserem Roadtrip öfter so.

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Der bekannteste Tempel ist der mehr als 200 Jahre alte Wat Poramai Yikawat mit seiner  weißen Pagode. Da er sich direkt an der Anlegestelle der Fähre befindet, kannst Du ihn nicht verfehlen. Wir haben ihn zwar nicht von innen besichtigt, aber alleine sein Äußeres ist schon wirklich sehenswert.Durch einen weiteren verwinkelten kleinen Markt gingen wir zurück zur Anlegestelle. Touristen haben wir auf Koh Kret kaum angetroffen. Es ist bemerkenswert ruhig auf dieser Insel und wer ein bisschen echtes Thailand schnuppern möchte, das noch nicht absolut touristisch ist, sollte unbedingt einen Abstecher hierher machen. Bei einem Rundgang über die Insel stößt man immer wieder auf die schönen Töpferwaren, für die Koh Kret bekannt ist. Hier werden viele der Souvenirs, die man in Bangkok erstehen kann, hergestellt. Auf Koh Kret kann man diese allerdings etwas günstiger erwerben als in den großen Einkaufszentren Bangkoks.

Einen langen ausschweifenden Bericht kann ich Dir über Koh Kret nicht bieten. Das ist aber genau das Schöne daran – es ist ein kleines, ruhiges Paradies,in dem es vor allem Erholung zu finden gibt. Ich hoffe sehr, dass sich die Insel dieses ursprüngliche Flair noch lange erhält und nicht irgendwann dem Massentourismus zum Opfer fällt.


3 Gedanken zu “Zwischenstop in Koh Kret – Ein kleiner Geheimtip

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