Roadtrip durch Thailand- Don’t be gentle, it’s a rental!

Viel skurriles widerfuhr uns auf unserem Weg von Bangkok über Ayutthaya, Ko Kret und den Khao Yai Nationalpark bis nach Chiang Mai und schließlich über Kanchanaburi zurück zum Ausgangspunkt. 2024 Kilometer legten wir zu viert in unserem Toyota Fortuner zurück.  Mal abgesehen vom Linksverkehr, an den man sich relativ schnell gewöhnt, halten Thailands Straßen so einige Schmankerl für uns Europäer bereit.

Das Allerwichtigste zuerst: Gewöhne Dir an, wie ein Thai zu fahren! Schwimme mit dem Strom, passe Dich an – auf Rücksicht brauchst Du gar nicht erst zu hoffen. Du kannst stundenlang an einem U-Turn stehen und beten, dass jemand mit Dir Gnade hat und Dir die Vorfahrt lässt – aber das wird nicht passieren. Es wird erst abgebremst, wenn Du Dich im passenden Moment so weit in die Spur geschoben hast, bis ein Vorbeikommen sowieso unmöglich ist – und dann gib um Himmels Willen Gas.

Dann sind da noch die selbstmörderischen Rollerfahrer. Ich weiß nicht, ob sie sich des Risikos, das sie eingehen, nicht bewusst sind, oder ob sie es einfach ignorieren. Kreuz und quer, von links nach rechts und umgekehrt schießen sie an einem vorbei. Teilweise sitzen bis zu vier Personen auf so einem Roller, mitunter samt Kindern, meistens ohne Helm – extreme Vorsicht ist also geboten! Mache Deine Außenspiegel und den Schulterblick zu Deinen besten Freunden. Die Moped – und Rollerfahrer gehen davon aus, dass Du sie schon sehen wirst.

Nachts zu fahren erfordert im Land des Lächelns ein wenig Mut. Bei Dunkelheit hat der Fahrzeugführer nämlich lediglich dafür zu sorgen, dass er die Straße erkennt. Sein Fahrzeug hingegen muss nicht beleuchtet sein, was zur Folge hat, dass man gerade diese kleinen Roller nachts oft in allerletzter Sekunde vor dem eigenen Auto auftauchen sieht. Zudem haben die meisten Autos extrem dunkel getönte Scheiben und zwar anders als in Deutschland ringsherum, was bedeutet, dass die Insassen nachts kaum noch etwas erkennen können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Straßen bzw. die Autobahnen meist kaum bis gar nicht beleuchtet sind. Knieschwammerl und Herzrasen sind also vorprogrammiert!

Die Straßen sind entweder in einem sehr guten Zustand oder – und zwar von jetzt auf gleich – die reinsten Huckelpisten und man muss fast aufpassen, sich keine blauen Flecke zu holen, wenn man im Auto herumgewirbelt wird. Zumindest läuft man so nicht Gefahr, einzuschlafen – die nächste Bodenwelle kommt bestimmt!

Anders als bei uns werden Autobahnabfahrten – sofern sie existieren, meistens findet man sich einfach plötzlich und ohne Ankündigung mitten in einer Stadt wieder und muss stark das Tempo drosseln – oder Tankstellen nicht schon einige Kilometer vorher angezeigt. Es empfiehlt sich daher, sollte man auf der Suche nach einer Tankstelle sein, ein wenig langsamer zu werden und die Augen offen zu halten, damit man, wenn man fündig wird, auch rechtzeitig abbremsen und abbiegen kann. Zum Tanken muss man in Thailand nicht das Auto verlassen. Man teilt einfach dem Mitarbeiter mit, was und wie viel getankt werden soll und der Rest wird für einen erledigt. Das Bezahlen lief so ab: Der Betrag wurde einfach aufgerundet und dafür bekamen wir Wasser im Wert des aufgerundeten Betrags. Und das ist bei der Hitze gar kein schlechter Handel.

2011-11-18-phuket-8-rest-016

Für die Unterhaltung auf so einem Roadtrip durch Thailand ist bestens gesorgt. Nicht selten teilten wir uns die Straßen mit Pick-Ups, auf deren Ladeflächen Menschen auf dem Weg zur Arbeit schliefen. Sogar zweistöckige Pick-Ups sahen wir, auf denen die Leute ohne jede Sicherung über die holprigen Straßen gefahren wurden. Auch was das Sichern von Ladung angeht, nehmen es die Thais nicht so streng. Eine regelrechte Kolonne von LKW, die Zuckerrohr geladen hatten, überholten wir, und nur eine einzige Ladung war ordentlich gesichert. Bei dem Rest wurde die Fracht einfach meterhoch auf die Ladefläche geschmissen und los geht’s! In Deutschland undenkbar.

20170105_132159

Und damit einem nicht langweilig wird, gibt es noch etwas, auf das man ständig vorbereitet sein sollte: Straßenhunde. Tagsüber sieht man sie meist rechtzeitig und kann bremsen oder ausweichen. Nachts auf unbeleuchteten Straßen kann das manchmal etwas knapp werden. Das betrifft allerdings weniger die Autobahnen als kleine Dörfer und Städte.

Aber das Fahren durch Thailand ist nicht nur nervenaufreibend – man wird durch wunderschöne, unterschiedlichste Landschaften und Dörfer entschädigt. An saftig grünen, kilometerweiten Reisfeldern kamen wir genauso vorbei wie an dschungelhaften Wäldern. Weite freie Felder mit Blick auf die Berge säumten unsere Wege ebenso wie kleine, einheimische bunte Dörfer. Immer wieder fuhren wir an atemberaubenden Tempelanlagen oder bunten Märkten vorbei.

20170105_12303520170105_12323920161230_214215

Das und dass man jederzeit überall anhalten kann, wo man will (buchstäblich, einfach den Blinker setzen und stehenbleiben), würde uns jederzeit wieder auf einen Mietwagen zurückgreifen lassen. Eine Vollkasko-Versicherung empfehle ich dabei dringendst!

In den kommenden Tagen werde ich hier über unsere Aufenthalte in Bangkok, Ko Kret, Ayutthaya, dem Khao Yai Nationalpark, Chiang Mai und Kanchanaburi berichten. Bis zum Ende der Artikelserie hat sich dann mein Mann hoffentlich auch das Blinken mit dem Scheibenwischer abgewöhnt 😉


4 Gedanken zu “Roadtrip durch Thailand- Don’t be gentle, it’s a rental!

  1. Wer selbst schon einmal in Thailand war, der schmunzelt und weiß genau was Du meinst – Du beschreibst es einfach super treffend 😀 – freue mich auf die Fortsetzung

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s