Über London und mein düsteres Highlight

London ist hip und modern, die Stadt pulsiert und begeistert. Es gibt eine schier endlose Anzahl von Sehenswürdigkeiten. Das Wochenende, das ich in London verbrachte, reichte nicht einmal annähernd, um alle bekannten und berühmten Orte und Gebäude zu besichtigen.Zuerst verschaffte ich mir einen groben Überblick über die britische Hauptstadt. Dazu kann ich empfehlen, mit einem Doppeldeckerbus der Linie 11 eine kleine Rundfahrt zu machen. Die Route führt an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei und man kommt wesentlich günstiger weg als mit einem Hop-On/Hop-Off – Touristenbus.cimg4483

Anschließend erkundete ich die Stadt wie üblich zu Fuß. Durch den wunderbaren, idyllischen St.-James-Park mit seinen zutraulichen Pelikanen und Grauhörnchen ging es zum Buckingham Palace.

Es war seltsam, vor diesem Palast, den man schon so oft in den Medien gesehen hat, zu stehen und ich muss sagen, dass ich ihn mir größer und imposanter vorgestellt hatte. Sehenswert ist er aber natürlich auf jeden Fall.

In der Anlage des Towers habe ich einige Zeit verbracht. Man kann sich richtig in die düstere Stimmung, die dort geherrscht haben muss, einfühlen. Auch ein Gang über die Tower Bridge stand natürlich auf dem Programm.

Danach ging es in Richtung London Eye, das große, moderne Riesenrad. Aus seinen futuristischen Kapseln, die man erst nach einem gründlichen Sicherheitscheck betreten darf, kann man bei gutem Wetter eine grandiose Aussicht genießen. Während meines Aufenthalts war es leider bewölkt und etwas regnerisch, aber der Ausblick auf Big Ben  war trotzdem fantastisch. Die Stadt vermischt alte Gebäude gekonnt mit neuzeitlichen und diese Mischung prägt das Stadtbild auf bemerkenswerte Weise.

Um mich aufzuwärmen, stattete ich Madame Tussauds einen Besuch ab – zusammen mit gefühlten tausend anderen Touristen. Von der Queen über Freddy Mercury bis hin zu George Clooney ist hier wirklich alles, was Rang und Namen hat, vertreten und es hat Spaß gemacht, die berühmten Wachsfiguren zu sehen. Wenn man aber wie ich nicht allzu viel Zeit hat ist es durchaus eine Attraktion, auf die man verzichten kann.

In der Nähe der London Bridge liegt die HMS Belfast, das einzige erhaltene Kriegsschiff seiner Art aus dem Zweiten Weltkrieg. Man kann alle Decks inklusiver der Maschinenräume besichtigen und sich eine Vorstellung davon machen, wie die Besatzung in den engen Gängen und Räumen gelebt haben muss.

Im Hyde Park kamen Heimatgefühle auf. Da ich um die Weihnachtszeit in London war, fand dort gerade ein Weihnachtsmarkt statt – inklusive „Original Bavarian Village“ und „Münchner Rutsch´n“. Etwas skurril war es schon, in einem von Londons berühmtesten Parks deutsche Weihnachtslieder zu hören und Bratwurst zu essen – aber geschmeckt hat es trotzdem 😉

So schillernd und angesagt die Stadt heute auch ist – zu Londons Geschichte gehören definitiv auch düstere Kapitel. Eines davon handelt von Jack the Ripper, dem berühmt-berüchtigtem Serienmörder, dessen Name weltbekannt ist. Gleichzeitig wurde seine Identität nie zweifelsfrei festgestellt und noch heute zerbricht man sich den Kopf darüber. Und so kommen wir nun zu meinem absoluten Highlight: Ich nahm in einer verregneten Nacht an einem „Jack-the-Ripper-Walk“ teil, der mich durch das nächtliche Whitechapel an die Schauplätze der berühmtesten Morde der Welt führte. An jedem Halt erklärte der Guide sehr detailliert, was sich dort zugetragen und wie die Polizeiarbeit in diesen Fällen ausgesehen hatte. Er schaffte es, eine so gruselige Stimmung zu erzeugen, dass ich anfing einen Bogen um dunkle Hauseingänge zu machen – und nicht nur mir waren die Gestalten, die aus dem nebligen Dunst hin und wieder auftauchten, unheimlich. Diese Tour kann ich guten Gewissens jedem empfehlen. Die Guides machen ihren Job so gut, dass man sich tatsächlich in das finstere London der damaligen Zeit versetzt fühlte und sich das Grauen, das während der Ripper-Morde umging, äußerst gut vorstellen konnte – ja, es erfasst einen beinahe selbst.


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