Fuerteventura – Wo der Wind stark weht

Fuerteventura ist die älteste der kanarischen Inseln und vulkanischen Ursprungs. Über die Herkunft des Namens herrscht nach wie vor Uneinigkeit: Die gängigsten Varianten sind  „starkes Abenteuer“ (fuerte aventura) und“starker Wind“(fuerte viento) – letzterer bin auch ich eher zugetan. Starker Wind ist mein ständiger Begleiter gewesen und er sorgt dafür, dass Surfer und Segler sich hier nahezu immer ihrem Hobby hingeben können.
Was mir, zusammen mit dem Wind, am meisten im Gedächtnis geblieben ist, sind die riesigen und schier endlosen Sanddünen bei Corralejo. Man kommt sich vor wie in einer Wüste – und so ganz abwegig ist der Gedanke auch nicht, da die Kanaren geographisch zu Afrika gehören. An manchen Orten habe ich mich gefühlt, als wäre ich völlig alleine auf dieser Insel – auf meiner linken Seite der mächtige, glitzernde Atlantik, auf der rechten imposante Hügel aus Sand, ab und an garniert mit einem trockenen kleinen Busch – und weit und breit keine Menschenseele zu sehen, keine Geräusche der Zivilisation zu vernehmen. p1010602

Denn obwohl Fuerteventura ein gerade bei Deutschen extrem beliebtes Reiseziel ist, trifft man, wenn man wie ich zum Beispiel mit einem Mietwagen die Insel erkundet, nicht zwangsläufig auf andere Menschen. Die meisten Besucher kommen nämlich vor allem wegen des Wetters auf die Kanaren und genießen die Sonne und das milde Klima hauptsächlich am Hotelpool. Natürlich kann man sich auch Quads ausleihen und damit durch die Dünen brettern, ich bevorzugte es aber, immer wieder innehaltend und die Ruhe genießend, durch diese für mich völlig neue Landschaft zu spazieren. Ab und an nahm ich Anlauf, sprang einfach vom Gipfel einer Düne und blieb ein paar Minuten im Sand liegen.

Vulkanausbrüche, starker Wind und die Wellen des mächtigen Ozeans formten manche Teile der Insel zu karg wirkenden Mondlandschaften. Ich kann mir vorstellen, dass der Parque National de Jandia für Mountainbiker und Wanderer eine schöne Kulisse bildet. Auch hier laufen einem mehr Ziegen und Streifenhörnchen über den Weg als Menschen.

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Hat man genug von Sand und Gestein und sehnt sich nach etwas grün, lohnt sich ein Abstecher in das Landesinnere, zum Beispiel in´s „Tal der 1000 Palmen“. Zwar wurde bei der Anzahl der Palmen ein wenig übertrieben, aber „Tal der 357 Palmen“ hört sich halt auch nicht so beeindruckend an.

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So oder so bildet diese fruchtbare Oase, auf der sogar etwas Landwirtschaft betrieben wird, einen abwechslungsreichen Kontrast zum Rest der Insel.

Auch die Unterwasserwelt um Fuerteventura herum lässt sich erkunden, zum Beispiel mit dem Subcat. Das ist ein Katamaran der zu einem U-Boot umfunktioniert werden kann. Bei einer, zugegebenermaßen recht teuren, Tour mit diesem Gefährt habe ich Rochen, Schildkröten und einige Fische beobachten können. Allerdings ist das nicht unbedingt ein Must-Do. Die Schildkrötenaufzuchtstation ganz in der Nähe informiert über die gepanzerten Meeresbewohner und man kann sich dort auch über ihren Schutz und die Arbeit der Aufzuchtstation informieren.

Für Strandliebhaber ist Fuerteventura wie geschaffen. Es gibt kleine und große, gut besuchte und einsame, schwarze, gelbe oder weiße – für jeden Geschmack ist was dabei. Auch Leuchtturm-Fans kommen nicht zu kurz.

Für die abenteuerlustigen unter uns lohnt sich ein Abstecher zum Leuchtturm von Puerto de la Cruz. Über kurvige Schotterpisten, die oft nicht breiter sind als ein Feldweg, gelangt man zu diesem Ausflugsziel und damit gleichzeitig zum westlichsten Punkt der Insel. Die gigantischen Wellen des Atlantiks brechen dort an den Felsen teilweise meterhoch und stellen ein ehrfurchtgebietendes Naturspektakel da.

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Mir kam das Gerücht zu Ohren, dass man bei gutem Wetter bis nach Gran Canaria sehen könne, das blieb mir aber leider verwehrt.

In Jandia, einem Ort der rein touristisch ist und genau zu diesem Zweck auch erschaffen wurde, wird durch eine Shoppingmeile, Spielhallen und Bars für Unterhaltung gesorgt. Man sollte aber unbedingt ein paar Schritte über die Einkaufsstraße hinaus gehen, denn so gelangt man in das malerische Fischerörtchen Morro Jable, das noch nicht vom Tourismus überrannt worden ist.

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Auf den ersten Blick wirkt Fuerteventura wenig spannend, doch wenn man die Insel abseits der Hotels und Touristenorte auf eigene Faust erkundet wird man mit kilometerlangen, einsamen Stränden und spektakulären Landschaften belohnt. Wer sich für Aloe Vera interessiert kann an Informationsveranstaltungen auf einer kleinen Aloe Vera Farm nahe der Ortschaft Tiscamanita teilnehmen und dort auch günstige Produkte erwerben.

Ich war eine Woche dort und muss sagen, dass mir diese Zeit gereicht hat, um zu sehen was ich sehen wollte. Aber wenn man einfach nur ein warmes Plätzchen in der Sonne sucht um dem Winter ein wenig zu entgehen  ist Fuerteventura sicher auch für länger schön.


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