Ein Tag in Antwerpen

Genau wie Brügge ist auch Antwerpen jedem ein Begriff, doch verschwendet man nicht allzu viele Gedanken an diese belgische Hafenstadt. Dabei verfügt Antwerpen über den zweitgrößten Seehafen Europas und ist darüber hinaus weltweit für seine Diamanten, die hier verarbeitet und dann in der ganzen Welt verkauft werden, bekannt.

Antwerpen liegt an dem Fluss Schelde, welcher nach ca. 88 km in die Nordsee mündet. Direkt an ihrem Ufer liegt die Burg Het Steen, die als ältestes erhaltenes Gebäude Antwerpens gilt. Kurz vor ihrem Eingang wurde eine Statue des Langen Wapper errichtet. Dieser konnte der Legende nach zu einem Riesen wachsen und erschreckte mit Freuden die Bürger der Stadt. Man kann hier einen herrlichen Blick über den Fluss genießen und vor schöner Kulisse spazieren gehen.

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Was fast niemand weiß: Zwischen  1929 und 1932 wurde hier der erste europäische Wolkenkratzer, der Boerentoren (zu deutsch „Bauernturm“), erbaut. Bauern machten den Hauptteil der Klienten der Bank aus, die den Turm errichtete – daher der Name. Das einzige Bauwerk, das ihn überragt, ist die Liebfrauenkirche. Zugegeben, das Gebäude ist nicht im klassischen Sinne schön und es wäre mir auch nicht aufgefallen, hätte ich nicht von seiner Geschichte gehört. Doch ich finde es durchaus interessant und wenn mich jemand nach dem ersten Wolkenkratzer Europas gefragt hätte wäre ich niemals auf Antwerpen gekommen.

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Ein weiterer Fakt: Der Boerentoren verfügt über den größten Keller Antwerpens
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Seit 1976 ist der ursprünglich 87,5 Meter hohe Turm 97 Meter hoch

Imposant ist auch das Rathaus am Grote Markt. Neben den Flaggen aller Länder der europäischen Union sind auch jene aller Staaten, die in Antwerpen ein Konsulat haben, am Stadhuis angebracht. Es wurde in die Liste der UNESCO – Weltkulturgüter aufgenommen und ist dank seines wunderschönen Renaissance-Baustils eine beeindruckende Sehenswürdigkeit. Der Brunnen vor dem Rathaus erzählt eine Geschichte: Der Legende nach verlangte der Riese Druon Antigon von den Schiffen, welche über die Schelde fuhren, Wegzoll. Konnte jemand diesen nicht bezahlen hackte er ihm die rechte Hand ab. Die Statue nun stellt Silvius Brabo dar, welcher nach einem Kampf dem metzelnden Riesen die rechte Hand abschnitt und diese in die Schelde warf. Daher soll, so sagt es zumindest die Legende, auch der Name Antwerpens – Hand werfen – herrühren.

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Vor dem Rathaus befindet sich der Brabobrunnen

Besonders schön fand ich auch die geschmückten Dächer der umliegenden Gebäude. Ein jedes ist mit goldenen Figuren geschmückt und wenn die Sonne darauf scheint funkelt und glänzt es ganz wunderbar.20161005_105928[1].jpg

Aber nicht nur diese zauberhaften Figuren tragen zu einer grandiosen Skyline bei. Die Liebfrauenkathedrale bestimmt definitiv das Stadtbild und bis heute darf kein Gebäude sie überragen.

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Mit ihren 123 Metern ist die Liebfrauenkathedrale kaum auf ein Foto zu bekommen

Wie stolz die Stadt darauf ist, dass Peter Paul Rubens hier ab seinem 10. Lebensjahr gewohnt und gewirkt hat, merkt man immer wieder. So ist natürlich auch von ihm eine Statue zu finden, welche als absoluter Touristenmagnet fungiert. Zugegeben, vor der Kulisse der prächtigen Liebfrauenkirche macht er schon was her, der gute Rubens:20161005_134906[1].jpg

Leider hatte ich nur einen Tag Zeit, Antwerpen zu erkunden. Auch abseits der typischen Sehenswürdigkeiten gibt es aber viel zu sehen und wie üblich machte es mir besonders Spaß, durch die vielen vielen Gassen zu streifen und einfach die Stimmung auf mich wirken zu lassen. Antwerpen hat ein überhaus mitreißendes Flair und man merkt, dass die Einheimischen stolz auf die Geschichte ihrer wunderbaren Stadt sind.Die berühmte Diamantenstraße, den Beginenhof und eine Hafenrundfahrt habe ich mir für meinen nächsten Besuch aufgehoben, der dann auf jeden Fall länger als ein Tag sein muss.


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