Oh, Vienna!

Wer einmal in Wien war weiß, warum diese Stadt unter anderem von Billy Joel, Ultravoxx und Falco besungen wurde. Für mich ist Wien wie das österreichische Pendant zu München. Wie hier in meiner Heimatstadt gibt es auch in Wien noch wahnsinnig viele Altbauten und imposante Gebäude, die sich eigentlich recht ähnlich sind. Auch das Phänomen „Bezirksstolz“ ist in beiden Städten zu finden. Man kommt nämlich nicht einfach aus München, sondern aus „Sendling“, “ Großhadern“ oder „Thalkirchen“ (der im Übrigen natürlich der coolste aller Münchner Stadtteile ist 😉 ). Und so ist es auch in der österreichischen Hauptstadt. Wie wir Münchner werden die Wiener von Zugezogenen oft für Grantler gehalten und zugegeben, vielleichteventuellichwillnichtsagendassessoistabermöööglicherweise stehen wir Mitmenschen mit anderem Dialekt ja tatsächlich anfangs mit ein wenig Skepsis gegenüber. Aber eigentlich sind sowohl Wiener als auch Münchner offene, freundliche Menschen mit einem kleinenwinzigenquasinichterwähnenswerten Hang zum Narzissmus. Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass ich mich in Wien wohl auf Grund oben genannter Gemeinsamkeiten so wohl fühle.

Es gibt aber auch etwas, das in Wien wesentlich bemerkenswerter ist als in München: Das Nachtleben. Auch unter der Woche kann man in Wien eigentlich immer eine Bar auftreiben, in der dann auch was los ist. Meines Wissens gibt es in München keine Partymeile, die sich Bermuda Dreieck nennt und auch, wenn es vielleicht nicht DER absolute In-Schuppen ist: Die Kaktus Bar hat mich öfter als einmal gesehen.

Aber auch abseits des Nachtlebens bietet Wien so einiges. Du solltest unbedingt bequeme Schuhe einpacken, denn Wien erkundet man meiner Meinung nach am besten zu Fuß. Selbstverständlich sollte man keinen Bogen um die typischen Sehenswürdigkeiten machen, denn ganz ehrlich, Schloss Schönbrunn, Stephansdom und die Wiener Staatsoper sind zurecht Touristenmagnete, aber verlasse auch mal die altbekannten Wege und schlendere abseits der Menschenmassen durch die Stadt. Wien vereinbart nämlich auf eine sehenswerte Weise Glanz und Schmuddel und ich lerne in fremden Städten gerne auch die andere, nicht auf Hochglanz polierte Touri-Seite kennen.

Dennoch habe ich mich natürlich auch dem Klassiker Sacher Torte nicht verschließen können und stand so tatsächlich mit unglaublich vielen anderen Menschen ziemlich lange vor dem berühmten Café Sacher an, um mich bei einer Wiener Melange und einem Stückchen Kuchen für die weitere Erkundung der Stadt zu stärken.

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Auch eine Fahrt mit dem Wiener Riesenrad im Prater habe ich gemacht. Und da ich zufälligerweise einmal an Halloween dort unterwegs war, war ich auch dabei als die schwarze Kaiserin den Calafati entzündet hat. Alles in allem hat mich der Prater aber nicht wirklich umgehauen und steht somit auf meiner Favoritenliste nicht unbedingt ganz oben.

Wenn Dich Deine Füße irgendwann dann doch anflehen, eine Pause zu machen, setz Dich einfach in die Trambahn (die von den Wienern meist „Bim“ genannt wird) und lass Dich zum Wiener Zentralfriedhof fahren. Ja, richtig, zum Friedhof. Eine andere Eigenheit, die ich habe. Ich sehe mir auf meinen Reisen gerne Friedhöfe an. Und dieser hier lohnt sich wirklich, denn dort kannst Du nicht nur unter anderem Falco oder Ludwig van Beethoven die letzte Ehre erweisen, sondern auch die zahllosen architektonischen Meisterwerke neben vielen Gedenkstätten bewundern oder einfach nur stundenlang durch die riesige, wunderschöne Anlage wandeln.

Überwiegend besteht dieser Friedhof aus katholischen Gräbern, doch nach und nach wurde er um weitere Abteilungen erweitert und so findet man dort mittlerweile auch jüdische, buddhistische, mormonische, evangelische, muslimische und orthodoxe Ruhestätten.

Ich habe zwar ungefähr genauso wenig Kunstverständnis wie ein…wie jemand…okay, es gibt nichts und niemanden, der über weniger Kunstverständnis verfügt als ich, dennoch fand ich das Hundertwasserhaus im 3. Bezirk sehenswert. Dem Künstler Friedensreich Hundertwasser lag eine natur – und menschenfreundliche Architektur sehr am Herzen und so haben wir ihm dieses Bauwerk zu verdanken. Ausschnitte seiner Manifeste kann man im Hundertwasser Village gegenüber des bekannten Hauses nachlesen, unter anderem sowas:20141220_161208

Zur Weihnachtszeit verzaubert Wien mit an den Bäumen hängenden Geschenken und Gebäck genauso wie mit klaren Statements, die einem auf dem Weg von Glühweinstand zu Glühweinstand immer wieder begegnen.

 

Wien verfügt über ein mitreißendes Flair und einen ganz eigenen Charme und hat es geschafft, mich wirklich zu begeistern. Sicher wird es nicht bei den beiden Besuchen, die ich dieser wundervollen Stadt bereits abgestattet habe, bleiben. Wie Rainhard Fendrich schon sang:

„Diese Stadt ist ein Schrei, sie ist high und modern. Alle lieben den Duft, alle haben sie gern.“

 

 

 

 

 

 

 


4 Gedanken zu “Oh, Vienna!

  1. Ich war kürzlich auch in Wien und kann deine Eindrücke nur bestätigen. Die Stadt hat einen Zauber, dem man sich nicht entziehen kann (und will). Tatsächlich: Man kann München und Wien durchaus in einenTopf geben, ist mir noch gar nicht aufgefallen. Beide Städte haben einen ähnlichen Charme. 🙂

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      1. Da müsst ich mal meine Tochter fragen, die ist seit Jahren Wahlmünchnerin. Allerdings war sie noch nie in Wien.
        Ich seh schon Parallelen. Beide Städte sind sauber, aufgeräumt, gut organisiert und viele Gebäude gut erhalten und gepflegt. Sagt ja auch was über die Mentalität.

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  2. Hey, als Wienerin kann ich sagen, du hast da echt die richtigen Plätzchen ausgewählt. Deine Sicht gefällt mir sehr gut 😀 und zum Wiener Grant: die Wiener granteln sich auch gegenseitig an.. Gehört wohl zur Stadt dazu! Obwohl ich mich echt oft ärgern muss haha
    Ganz liebe Grüße aus Wien, Sophie 🙂

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