Paris – Meine große Liebe

Aaaah, Paris. Wo soll ich nur anfangen… Das erste Mal war ich im Rahmen eines Schüleraustauschs in der „Stadt der Liebe“ und dort habe ich mich auch verliebt – in die Stadt selbst!

In Patrick Süskinds „Das Parfüm“ wird Paris als „allerstinkendster Ort“ bezeichnet (ich kann das Buch nur jedem wärmstens empfehlen). Und was soll ich sagen? Auch wenn unsere Nasen heutzutage sicher nicht mehr in dem Umfang malträtiert werden wie zu der Zeit, in der diese famose Geschichte spielt – den ersten Platz  in der Kategorie  „Am wenigsten stinkender Ort“ holt Paris sicher nicht. Die Züge, U-Bahnen und Metrostationen heißen einen mit ihrem ganz speziellen, muffigen Geruch willkommen. Aber soll ich Dir was sagen? Ich liebe diesen Geruch! Er ist so unverwechselbar, so Paris-Typisch, dass ich mich tatsächliche darüber freue – denn ihn in die Nase zu bekommen bedeutet, wieder da zu sein. Generell liebe ich die Pariser Metro – die U-Bahnen fahren alle drei bis fünf Minuten (es sei denn, es wird gerade mal wieder gestreikt) und die schier unendlichen unterirdischen Gänge, die die Stationen oft miteinander verbinden, erinnern an ein Labyrinth. Hat man dieses einmal durchschaut und rausbekommen, wie man es durchqueren kann ohne ständig stehenbleiben zu müssen um  die Wegweiser zu studieren, fühlt man sich beinahe wie ein Pariser. An den Stationen selbst wartet dann der nächste ehrfurchtgebietenden Anblick, zum Beispiel in Form von Kabeln, die von der Decke baumeln.

Wobei ich dazu sagen muss, dass die Stationen und auch die Züge nach und nach modernisiert bzw. ausgetauscht werden.

Nicht immer, aber doch erwähnenswert häufig, bietet die U-Bahn auch ein gewisses Entertainment. So habe ich bei zwei Besuchen, die ich meiner Lieblingsstadt im Abstand von zwei Jahren abgestattet habe, dem gleichen Musiker lauschen dürfen. Er erinnerte mich an Noel Gallagher und ich hätte beinahe vergessen, an meinem Zielort auszusteigen. Wenn Du Zeit hast, setze Dich abends vor die wunderschöne Notre-Dame de Paris und erfreue Dich zum einen an dem grandiosen Anblick der beleuchteten Kathedrale und zum anderen an den Darbietungen der Straßenmusikanten.

Gegenüber der Kathedrale, an einer sehr belebten Kreuzung, trinke ich immer gerne eine heiße Schokolade oder ein Glas Wein und sehe dabei dem Verkehr zu – es ist teilweise äußerst unterhaltsam. In den Gassen rund um die Notre-Dame gibt es allerlei zu sehen, unter anderem verwinkelte Buchläden und belebte Bars.
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Ich kann Dir die Bücher von Stephen Clarke sehr empfehlen: „Ein Engländer in Paris“, „Ich bin ein Pariser“ und auch „Merde happens“. Sie handeln von dem Engländer Paul West, den es aus beruflichen Gründen nach Paris verschlägt. In diesen äußerst unterhaltsamen Romanen beschreibt er die Pariser und ihre Stadt ziemlich treffend.

Das Gerücht, Franzosen und insbesondere Pariser wären per se unfreundlich und arrogant, kann ich nicht bestätigen. Einmal konnten wir die Wohnung, die wir im Übrigen bei AirBnB gebucht hatten (was ich sehr empfehlen kann, bisher hatten wir immer tolle Wohnungen in Paris) , nicht finden und irrten um diesen Häuserblock herum. Da kam von sich aus ein junger Mann zu uns um uns seine Hilfe anzubieten (und es stellte sich heraus, dass wir einfach nur in den Innenhof hätten gehen müssen um zur Wohnung zu gelangen). Ein anderes Erlebnis, das mich nachhaltig beeindruckt hat, war folgendes: Ich nahm mir nachts ein Taxi. Nachdem der Fahrer zum dritten Mal am wunderschön beleuchteten Triumphbogen vorbeifuhr fragte ich ihn dann doch, ob er denn den Weg überhaupt kenne. Nun hört man allerlei furchteinflößendes über Pariser Taxifahrer – sie zocken einen ab, sind unfreundlich, verstehen einen nicht. Zumindest in meinem Fall war es ganz und gar nicht so. Er gestand mir sehr beschämt, dass er nicht wüsste wo die Straße sei, in der meine Wohnung lag. Also erklärte ich es ihm (innerlich vor Freude kichernd) . Er stellte also die Uhr neu, wir starteten nochmal vom Anfangspunkt und erreichten letzten Endes tatsächlich meine Straße – und der gute Mann wollte nicht einmal den kompletten Fahrpreis bezahlt haben (den, nachdem er die Uhr neu gestellt hatte, natürlich). Soviel dazu.

Sprich sie einfach nicht gleich auf Englisch an, frage zumindest erst, ob Dein Gegenüber des Englischen mächtig ist – das sind nämlich die meisten und bisher hat sich noch niemand arrogant von mir weggedreht. Allerdings schätzen die Franzosen es nicht, von der Seite in einer fremden Sprache angebellt zu werden – aber mal ehrlich, wer tut das schon? Sei höflich, dann sind sie auch höflich zu Dir.

Was ich Dir auf jeden Fall empfehle: Buche eine Sightseeing-Tour mit einem der Ausflugsboote, zum Beispiel die „Bateaux Mouches“, und sieh Dir Paris von der Seine aus an. Die Touren sind mehrsprachig. Am besten machst Du das abends, denn der Eiffelturm blinkt und funkelt nach Einbruch der Dunkelheit zu jeder vollen Stunde für ca. 10 Minuten – und das sieht vom Fluss aus wirklich phänomenal aus!

Für Deinen ersten Tag in Paris kann ich Dir raten: Besichtige zu allererst den Arc de Triomphe und geh auch hinauf – der Blick entschädigt für den quälenden Aufstieg. Von dort oben hat man die perfekte Sicht über die Stadt. Du wirst sehen, dass Louvre, Arche de La Défense und Triumphbogen in einer Geraden verlaufen (die „Axe historique, zu deutsch „historische Achse“) und es sieht so aus, also könne man alle drei ineinander schieben.So kannst Du Dir einen guten Überblick verschaffen und siehst, wie Paris aufgebaut ist und kannst darüber staunen, dass der Verkehr auf dem riesigen Place Charles-de-Gaulle (ehemals Place de l´Étoile) ohne permanente Unfälle funktioniert.

Statte auch unbedingt den Galeries Lafayette einen Besuch ab! Wenn Du Dich vom Anblick des schier endlosen Warenangebots losgelöst hast, wirf einen Blick nach oben: cimg3310

Wunderschön, nicht wahr?

Schlendere auch abends an der Seine entlang, setz Dich mit einer Flasche Wein in die Nähe der Freiheitsstatue, die auf einer Insel in der Seine steht, und beobachte die Leute und die Aussichtsboote, saug die Stimmung der Stadt  auf! Ich hoffe, sie wird Dich genauso begeistern wie mich.

Ich könnte hier nun endlos über diese perfekte Stadt schwärmen, aber das sprengt den Rahmen dieses Artikels – es wird aber sicher nicht der letze über Paris sein!

Hast Du noch Tipps für mich? Warst Du schon in Paris? Wie hat es Dir gefallen?

 


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